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3. Munich Metal Mayhem
08./09.04. 2005, A 5
Die Startband am Freitag, No Innocent God, hat mich mit ihrer völlig belanglosen Metal Core- Mucke dazu gebracht, meine journalistische Pflicht zu vernachlässigen und rauszugehen. Da war ich aber wohl nicht der einzige, weil draußen mehr los war, als vor der Bühne. Dabei war der Auftritt, soweit ich's noch mitgekriegt habe, rein arbeitsmäßig durchaus in Ordnung. Gegen diesen neuartigen Metal Core hab' ich eigentlich auch nichts, aber öde bleibt öde und somit für mich uninteressant.
Bei Nuclear Warfare sah es gleich ganz anders aus, aber daß mir die gefallen haben wird hier niemanden wundern. Authentischer, alter Thrash erzeugt eben eine ganz andere Energie als sämtliches modernes Zeug. Noch dazu, wenn er so rübergebracht wird, als wenn es immer noch 1986 wäre und eben nicht wie der verzweifelte Versuch einer Retro-Band aussieht, die unbedingt dahin zurück will. Bands wie z. B. Crimson Steel könnten darüber ja vielleicht einmal nachdenken. Wobei die aber doch unterhaltungswert haben. Live habe ich Nuclear Warfare wie eine schnellere und bessere Version alter Sodom empfunden, für die CD gilt das nicht mehr so ganz. Da findet sich alles, was zu einer geilen, deutschen Thrash-Scheibe dazugehört und kein Fan sollte zögern, sich das Teil zuzulegen.
Von Festering Saliva hab' ich auch nicht viel mitgekriegt, weil ich mich draußen verquatscht habe. Scheinbar haben die schon wieder das Line-Up verändert, so, daß nur noch Sänger Roland von der Urbesetzung übrig ist. Aber da ich die Band schon oft gesehen habe, genügen mir die paar Minuten, um zu behaupten, daß die wie gewohnt einen guten Auftritt abgeliefert haben.
Samstag war ich etwas spät dran, so, daß Storcings schon zu gange waren als ich reinkam. Aber gute 20 Minuten waren mir noch gegönnt und die haben mir viel besser gefallen, als der Auftritt in Rosenheim bei der Trümmernacht. Hier im A 5 kam das alles ein gutes Stück härter und metallischer. Die Musik ist vielleicht so etwas wie Prog-Metal oder technischer Metal mit teils sehr harten Riffs und Maiden-artigen Melodien oder so ähnlich. Das Ganze hat die Band auch recht spielfreudig dargebracht und auch der Sänger war gut bei Stimme. Schade, daß kaum Leute anwesend waren, aber die üblichen Verdächtigen liessen sich auch hier nicht vom Bangen abhalten. Gute Band, die ich definitiv unterschätzt habe.
Und was soll ich jetzt wieder zu Hateful Agony und Armistice schreiben? Keine Band sah ich öfter als die zwei und vielleicht noch Red To Grey und Overkill; da gehen einem wirklich die Worte aus. Enttäuscht haben beide Bands auch dieses mal nicht. Dafür schüren aber beide mit den gespielten neuen Liedern, wo definitiv nur ein Ausfall dabei war, nämlich "Doggy Style" von Armistice, die Ungeduld auf die neuen Alben. Armistice haben etwas mehr Abwechslung, bis hin zu einem reinem Doom-Song, und teils auch Härte dazugetan. Die neue Bassistin hat sich für ihren ersten Gig sehr gut gehalten und hauptsächlich auf's Spielen konzentriert, und vielleicht war ja das auch ein Grund warum auf Knaller wie "Airraid Siren" und "Nuclear Breakdown" verzichtet wurde. Sie kann ja schließlich nicht alles auf einmal lernen.
Hateful Agony gehen bei den neuen Songs schlichtweg brutaler und aggressiver ran, als bisher. Der Kreator-Touch verschwindet etwas (außer beim noch weiter verbesserten Gesang), dafür tendiert es jetzt eher in Richtung Violence und bei einem Stück sogar bis hin zu Demolition Hammer. Der Unterschied wird besonders deutlich, wenn man neues Material mit alten Demo-Stücken wie "Pissed Again" vergleicht. Mehr kann man nicht verlangen. Bei diesem Gig war mir nur das Gequassel zwischen den Songs zuviel, aber solange das keine Rapture-Ausmaße annimmt kann ich damit leben.
Nuclear Warfare
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