Armistice, Red To Grey
06.09.03, Backstage, Club

Daß Armistice an diesem Abend nicht enttäuschen würden, war von vornherein klar. Dennoch war ich gespannt, was man nach der langen Abstinenz erwarten durfte. Eigentlich ist das ganz einfach zu erzählen: "Airraid Siren", als krachender Anfang, war der Beginn des präzisesten und tightesten Gigs, den ich je von Armistice gesehen hab'. Ihre Zeiten des durchgehenden Headbangens sind zwar vorbei, dafür spricht aber die Musik immer mehr für sich selbst. Der Schwerpunkt lag auf den Songs des kommenden Albums "Return Of The Aggressor", die allesamt etwas abwechslungsreicher klangen, als das alte Material. Zeitgleich haben Armistice etwas mehr Melodie (naja "Melodie) und einige ihrer bisher aggressivsten Riffs zusamengebastelt. Von den 6 neuen Liedern hat mich nur, das als letztes gebrachte, "Child Soldier" etwas enttäuscht. Aber die 65 Minuten davor waren ja kurzweilig genug, mit dem Gemisch aus neuen Stücken und dem uralten "The Run", "Nuclear Breakdown", Worse Than Yesterday" und "Symptom Of The Universe" welches nahtlos in Armistice's ersten waschechten Doom-Song überging. Absolut geiler Auftritt, auf den sich das lange warten gelohnt. Auch wenn jemand aus dem Hintergrund der Meinung ist, Armistice hätten keinen Wiedererkennungswert...Naja, Mr. "Die Receipients Of Death-LP kannst Du dir jetzt endgültig abschminken": Mit Deiner eigenen Band kannst Du's ja besser machen. Sorry, ist nicht böse gemeint, aber es tat gut.
Zu Hateful Agony und Red To Grey weiß ich nun wirklich nichts mehr zu schreiben. Beide Bands haben fantastische Gigs abgeliefert. Hateful Agony sind noch etwas selbstbewußter geworden, vom letzten Gig bis zu diesem. Ihr Songgemisch von allen drei Veröffentlichungen prügelte wie Sau, wobei ich mehr Stücke vom neuen Album "Black Hole" erwartet hätte. Aber egal: SO muß sich der gute alte Knüppel-Thrash anhören und nicht anders.Die geile Stimmung im Publikum wurde am Ende des Sets mit der geschickten Auswahl des "Agent Orange"-Covers noch einmal hochgepusht, was die besten Voraussetzungen für Red To Grey schaftte, die die Stimmung aber durchgehend halten konnten. Die Zahl der Diver stieg drastisch an und das "Chemical Warfare"-Cover am Schluß brachte das Publikum sowieso zum Ausrasten. Schade nur, das wieder nicht "Human Barbecue" und "Anarchic Pessimist", oder wenigstens eins davon, gespielt wurden. Aber das neue "Fall Of God" konnte das Manko gut ausgleichen. So bleibt als einziger Wermtstropfen an diesem genialen Thrash-Abend dieser beschissene Pisser, der es scheinbar cool fand, seinen stinkenden Arsch ins Publikum zu hängen. Das war noch nicht einmal vor 30 Jahren bei AC/DC richtig witzig, heute ist das nur noch albern bis niveaulos.

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