IFF
Insane, 2004 (12 Songs, 61min)

Auf dem ersten IFF-Album finden sich sämtliche 6 Demo-Lieder (Insane, Not To Blame, And She Prays, 21st Century Child, Bad Seeds, Heartbeat) wieder; deshalb hier zur Wiederholung erst noch einmal das Demo-Review:

Hardrock isses nicht, Metal auch nicht. Also irgendetwas dazwischen. Glücklicherweise haben IFF aber auch nichts mit diesem ekligen Indie/Schrammelrock zu tun (Zugegeben: Einen ganz leichten Indie-Touch haben sie doch), der auch gerne mal in die ernstzunehmende Hardrock-Ecke eingeordnet wird und in München oft zu finden ist. Das mich die Art der Melodien und des Gesanges öfter an New Model Army oder Whores Of Babylon denken lassen, macht die Sache auch nicht einfacher. Am ehesten dürften sich aber Hardrock-Fans angesprochen fühlen, die nicht immer nur die typischen Riffs und Strophe/Refrain-Aufbauten hören wollen und die mit einem recht dominanten Bass auch kein Problem haben. An dem Keyboard wird sich hier wohl so schnell auch niemand stören. Ab und zu klingt es zwar überflüssig normal, erzeugt aber größl;tenteils einen leicht maschinellen Hintergrund, wie es auf der letzten No Return auch zu hören ist und manchmal an Science Fiction-Filme aus den 70ern erinnert. Musikbestimmend ist aber die traditionelle Instrumentierung.
Ab einem bestimmten Moment wird ja fast jede Hardrock-Scheibe langweilig (außl;er es geht in die Prog/Art-Rock-Ecke, was aber hier nicht das Thema ist). Hier kriegen es IFF gut in den Griff, die Songs eingängig, aber interessant und abwechslungsreich zu gestalten, so, daßl; man etliche Durchgänge lang immer etwas anderes heraushören kann. Das erfordert aber ein Zuhören; bei IFF kriegt man nicht sofort die musikalische Keule um die Ohren gehauen, weswegen man es anfangs auch noch etwas öde finden kann. Das kann aber auch daran liegen, daßl;, bei allen kompositorischen Feinheiten, die Lieder einfach nicht richtig kicken, nicht wirklich knackig sind, wie es sich bei dieser Musik gehört. Dafür sind IFF nämlich zu viel Rock und viel zu wenig Indiegeschrammel. Ausnahmen sind "And She Prays" und "Heartbeat", die gerne die zukünftige Richtung von IFF darstellen können.

Was ich mit dem vorletzten Satz sagen wollte, wieß ich jetzt zwar nicht mehr so genau, aber in etwa paßt das Geschriebene auch auf die 6 neuen Songs, die alle recht interessant ausgefallen sind. "Hero" und "Shepherd" finde ich etwas eingängiger und aggressiver, wogegen dann "Voice Of America" den Faden verliert und etwas anstrengend wird. Als ob die Musik von IFF nicht sowieso schon schwierig genug wäre... Da kommt ein fast schon posiges/Kiss-artiges, Glam-Stück wie "Stupid White Man" an achter Stelle genau richtig um die Szenerie etwas aufzulockern. Da will der Text gar nicht so genau dazu passen, aber diesbezüglich geht es auf "Insane" ja durchgehend eher nachdenklich zur Sache.
Zukünftig sollten sich IFF über die Gesangsmelodien ein paar mehr Gedanken machen. Die sind schlichtweg, im Vergleich zu den Songs, zu gleichförmig und nahezu untereinander austauschbar. Ein Lied wie "Something To Believe In" hätte etwas viel intensiveres brauchen können. Bei "Over The Hill" funktioniert das doch auch schon ganz gut.
Wie so oft kann man die Musik IFFs' durch ein Review kaum verständlich machen, so, daßl; auch hier ein Probehören unumgänglich ist.

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