Dead Emotions - Pathways To Catharsis
Bad Land Records 2007, 11 Songs, 48min

Das neue Dead Emotions-Album gefällt mir stellenweise etwas weniger, als der grandiose Vorgänger. Das liegt daran, daß sich hier bewahrheitet, was sich live schon angedeutet hat: Schwächerer Sänger, der viel zu oft nervig und sinnlos in die Stücke reinkreischt, etwas kraftlose Growls und einige Songs, die in Teilen viel zu sehr in die extreme Death/Grind-Ecke gehen. Durch letzteres wird der Sound schlichtweg zu normal und das so leicht Hypocrisy-artige, groovige Element geht verloren. Das geht aber nicht so weit, dass die Eigenständigkeit komplett verloren wäre und trifft auch nur auf die Hälfte der Lieder zu (der Gesang leider auf alle); der Rest verfolgt den “Genesis Behind”-Stil gut weiter ohne ihn ideenlos zu kopieren. Aber auch die schwächere Hälfte prügelt nicht durchgehend hirnlos drauf. Auch hier gibt es Tempowechsel und vereinzelt sogar melodische Gitarrenarbeit, die sich in ihrer Art sowieso inzwischen zu einem Stilmerkmal Dead Emotions’ entwickelt hat. Mir ist es immer noch lieber, die Band entwickelt sich in dieser Richtung weiter, als daß sie wieder zurück zum schrecklichen “Gates Of The Unseen”-Album geht. Im Großen und Ganzen bleibt “Pathways To Catharsis” trotz der genannten Kritikpunkte immer noch ein gutes Death Metal-Album. Wer Dead Emotions kennen lernen möchte, sollte sich übrigens auch lieber eins der letzten beiden Alben kaufen, anstatt sich auf den Live-Eindruck zu verlassen. Wenn die Jungs nämlich in Prügelstimmung sind, was meistens so ist, gehen die Sound-ausmachenden Feinheiten komplett unter.

Dead Emotions-The Genesis Behind (8 Songs, 36min)
Medusa Prod., MDD, 2003

Scheiße auch! Das war so nicht zu erwarten. Dead Emotions haben sich enorm verändert. Und so, wie sie sich verändert haben, muß sich auch meine Meinung über die Band ändern. Auch wenn ich versucht habe, beim Gig im Profil am 29.11.03 nur die schlechten Seiten zu sehen, mußte ich im nachhinein zugeben, daß der Auftritt gelungen war.
Am Ende des Abends habe ich mich dann auch noch selbst überredet, die neue CD zu kaufen, ohne die Angst vor einem üblen Fehlkauf zu verlieren. Aber diese Angst war unbegründet: Vom einstmaligen, billigen Crematory-Verschnitt, als den ich die Band um 1996 kennengelernt habe, ist nichts mehr übriggeblieben. Keyboard hat sich endgültig erledigt, das Experiment mit zwei Schlagzeugen wurde aufgegeben (wobei das eher live Bedeutung fand), das Tempo bei den neuen Sachen teils stark erhöht, unnötige Düstermelodien gibt es auch keine mehr und das komplette Songwriting wurde in gewisser Weise modernisiert. So liegt jetzt mit "Genesis Behind" eine astreine Death Metal-CD mit einem kleinen Hauch von neuem Schweden-Thrash vor, die sich gewaschen hat. In den melodischen Teilen mit Klargesang schimmert auch etwas In Flames-artiger Schweden-Death durch, was aber, ebenso wie der Thrash, recht selten vorkommt. Noch seltener sind die Sekunden, die mich an die älteren Dead Emotions denken lassen. Das, was früher aber nur langweilig und nervig war, dient auf "The Genesis Behind" der Abwechslung.
Eigentlich hab' ich überhaupt keine Lust dazu, diese CD Sekundengenau zu analysieren. Deshalb ein kurzes Fazit: "The Genesis Behind" macht Spaß; selbst dann noch, wenn man sie mehrmals komplett am Stück durchgehört hat. Das ist endlich mal wieder eine, mir bekannte, Underground-Death Metal-Scheibe, die frisch und nicht gewollt originell klingt, durch Experimente, die niemand braucht. Ebenso findet hier die Cannibal Corpse-Sammlung keinerlei Verwendung. Aufmachung , Sound und Produktion sind übrigens auch vom Feinsten.

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